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Mein Dry Oilskin Parka! Ein stylischer Übergangsmantel aus gewachster Baumwolle

Mein Dry Oilskin Parka! Ein stylischer Übergangsmantel aus gewachster Baumwolle

Ihr Lieben!

I proudly (VERY proudly) present:

Meinen Wind und Wetter Parka aus Dry Oilskin!

Seit 2018 sind wir offizieller Reseller für die tollen Dry Oilskin – und neu – Trench Dry Oilskin Stoffe aus England.

Nachdem Ihr schon fleißig den #dryoilskinbackpack genäht habt, diesen stylischen Foldover Rucksack, der auch als Tasche getragen werden kann, wollte ich Euch noch mehr zeigen.

So entstand die Idee, aus diesem wind-, schmutz- und wasserabweisenden Stoff eine Outdoor- Jacke zu nähen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Schnitt habe ich mich sehr schnell entschieden: Es sollte der Wind und Wetter Parka von Lotte und Ludwig sein.

Warum gerade der?

Weil ich einen richtigen Parka wollte. Ein bisschen im Oversized Style (Ihr kennt mich ja), lässig und schlicht. Durch den Tunnelzug kann der Parka auf Taille gebracht werden, muss aber nicht. Die aufgesetzten Taschen haben es mir sofort angetan, weil sie so gut zum Parka- Stil passen, aber auch, weil sie einfach zu nähen sind.

Denn was ich auf keinen Fall wollte: einen „schwierigen“ Schnitt!

Ich mag es einfach, aber effektvoll, ich finde, das ist das Geheimnis eines guten Schnitts (außer natürlich dass er passt): Er muss einfach zu nähen sein, aber nicht danach aussehen.

Einfach zu nähen??

Definitiv: JA!

Die Verarbeitung von Dry Oilskin klappt problemlos. Der Schnitt hat eine perfekte Passform, ist sehr gut durchdacht und die Anleitung ausführlich beschrieben. Lediglich beim Verstürzen der Ärmel habe ich ein zusätzliches Tutorial gebraucht, dazu später mehr.

Bevor Ihr Euch an Euren #dryoilskinparka macht, müsst Ihr aus meiner Sicht nur 2 Dinge beachten:

  • Ihr benötigt viel Platz, nicht nur beim Zuschnitt, auch beim Nähen. Ihr habt große Teile unter der Nadel und das Dry Oilskin lässt sich nicht so gut „zusammnknautschen“ wie andere Stoffe.
  • Ihr benötigt Zeit. Es ist kein schnelles Projekt. Aber das habt Ihr Euch schon gedacht, oder?!

Nun die brennende Frage:

Dry Oilskin oder Trench Dry Oilskin?!

Ich habe meinen Parka aus Dry Oilskin in navy genäht. Als ich mit dem Zuschnitt begann (das war im Juli!), war das Trench Dry Oilskin noch nicht auf dem Markt.

Wer den #dryoilskinbackpack bereits genäht hat, weiß, dass Dry Oilskin einen guten Stand hat. So ist das auch beim Parka. Er ist extrem robust, aber auch ein wenig steif. Beim Tragen stört es mich nicht, im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass er sich nach und nach „einträgt“ und auch etwas geschmeidiger wird.

Wer es weicher und softer mag, sollte sich für Trench Dry Oilskin entscheiden. Es ist leichter (also auch etwas dünner) und weicher und eignet sich eben deswegen besonders für Jacken, Parkas und Trenchcoats. Trotzdem ist Trench Dry Oilskin ebenfalls wasser, wind- und schmutzabweisend.

Also, los gehts!

Ihr braucht:

Trench Dry Oilskin Baumwolle gewachst midnight

. Dry Oilskin oder Trench Dry Oilskin, die Menge wie im Schnittmuster angegeben (Gr. 34 – 38: 2 Meter, Gr. 40 – 48: 2,20 Meter)

. Futterstoff aus Baumwolle für den sichtbaren Bereich (Body), die gleichen Mengen wie beim Oberstoff

. Ich empfehle zusätzlich Futterstoff aus Acetat für die Ärmel (Stofflänge gem. Ärmellänge; 80 cm reichen für alle Größen)

. 1 teilbaren Reißverschluss in vorgegebener Länge (Gr. 34 – 36: 75 cm, Gr. 38 – 48: 80 cm)

. Qualitäts- Nähgarn (mind. 200 m)

. Jacken- Zubehör (je nach Variante): 3 m Kordel (das ist für alle Größen gleich), Ösen, Kordelstopper, Kordelenden, Druckknöpfe und etwas Snappap für das „Innenlabel“

. Stylefix (Dry Oilskin und Trench Dry Oilskin NICHT stecken!)

. Etwas Decovil I light zur Verstärkung der Ösen

. Schnittmuster „Wind und Wetter Parka“ von Lotte & Ludwig

Stoffpaket Dry Oilskin Parka MAcleo Winter

Meine Variante im Überblick:

. Ich habe Größe 38 genäht, aber bei den Ärmeln etwas zugegeben (dazu später mehr)

. Ich habe die lange Variante ohne Schulterpasse und mit aufgesetzten Taschen genäht

. Ich habe auch die Innenkapuze aus Dry Oilskin genäht. Das würde ich aber, zumindest bei Verwendung von Dry Oilskin, nicht mehr machen. Die Kapuze ist dadurch sehr steif.

. Zusätzlich habe ich Futterstoff aus Acetat für die Ärmel verwendet, da das Material rutschiger ist als herkömmlicher Baumwollstoff und man dann besser in die Ärmel schlüpfen kann

. Ich habe den Tunnelzug innen liegend genäht, deshalb werden an dieser Stelle 2 Ösen benötigt

. Ich habe in die Kapuze einen Tunnelzug genäht und durch Ösen eine Kordel gezogen und hierfür ebenfalls 2 Ösen benötigt

. Ich habe einen oberen Beleg über dem Reißverschluss genäht, auf den unteren Beleg habe ich verzichtet

. Ich habe die Rückseite (aus Versehen) im Stoffbruch zugeschnitten, was aber keine Nachteile mit sich brachte

Nähen

Grundsätzlich solltet Ihr Euch einfach an die sehr ausführliche Nähanleitung halten, dann klappt es auf jeden Fall.

Was Ihr unbedingt tun solltet: Lest Euch die Anleitung mindestens 1 Mal ganz durch. Ich habe sie mehrere Male gelesen, und Post it’s an die Seiten geklebt, die für mich relevant waren. Ich habe außerdem wichtige Anleitungspassagen angemarkert und mir eigene Notizen gemacht.

Was ich besonders toll finde: Auf Seite 9 enthält die Anleitung eine Vorlage (mit Bild), auf der man sich genau notieren kann, in welcher Variante man den Parka nähen möchte.

Ich habe das Jackenfutter zuerst zgenäht, noch VOR dem Zuschnitt der Dry Oilskin Jackenteile.

Warum?

Dadurch konnte ich die Passform beurteilen, ohne bereits das teure Dry Oilskin angeschnitten (und evt. „versaut“) zu haben.

Ich habe also das Innenfutter aus einem Baumwollstoff von Art Gallery Fabrics (Body) und die Ärmel aus Futteracetat genäht. An den Ärmeln war mir die Jacke in 38 gefühlt etwas zu eng, wenn auch nur ein ganz kleines bisschen. Also habe ich folgende Änderungen vorgenommen:

Ich habe die Ärmelteile, die ich alle mit 1 cm Nahtzugabe zugeschnitten hatte, mit nur 0,5 cm Nahtzugabe genäht, dazu passend dann auch die Schulter- und Seitennähte des Bodys mit nur 0,5 cm Nahtzugabe genäht. Den fertigen Ärmel habe ich ganz normal mit 1 cm Nahtzugabe an den Body genäht. So passte es mir perfekt.

Erst dann habe ich die Jackenteile aus Dry Oilskin zugeschnitten.

Ihr werdet neben normalen Steppnähten auch öfter mal von rechts absteppen. Es ist hierfür ratsam, dass Ihr VORAB z.B. mit einem Probestück ausprobiert, mit welchem Abstand und mit welcher Stichlänge Ihr steppen/ absteppen mögt.  Notiert Euch das am besten, damit die Nähte (vor allem die sichtbaren) am gesamten Parka gleich aussehen.

Aufgesetzte Taschen

Die aufgesetzten Taschen sind sehr einfach zu nähen. Wichtig ist grundsätzlich, dass Ihr alle Nähte verriegelt, nicht nur, aber besonders bei den Taschen, weil diese später auch strapaziert werden.

Da Ihr Dry Oilskin nicht stecken solltet, klebt Ihr die Taschen am besten mit Stylefix auf den Jackenbody auf, bevor Ihr sie aufnäht.

Kordelzug

Den Kordelzug habe ich nicht aus Dry Oilskin, sondern aus einem ganz normalen, leichten Baumwollstoff zugeschnitten. Ich befürchtete, dieser Teil würde sonst zu steif werden.

Wenn Ihr den Kordelzug ebenfalls innen liegend aufnäht, wie ich, ist es völlig egal, wie dieser Stoff ausieht. Es kann auch ein Rest sein.

Wichtig: Schneidet den Kordelzug etwas länger zu.

Kürzen könnt Ihr ihn immer, und so könnt Ihr selbst bestimmen, wo der Kordelzug enden soll.

Damit die Kordel beim innen liegenden Kordelzug den Weg nach draußen findet, müsst Ihr vor dem Aufnähen des Kordelzugs Ösen an gewünschter Stelle anbringen. Ich habe diese mit 2 Lagen Decovil I light verstärkt.

Da die Nähte bei Dry Oilskin auf der linken Seite nicht so schön aussehen, habe ich den innen liegenden Kordelzug von außen aufgesteppt, sozusagen „blind“.

Dazu bin ich wie folgt vorgegangen: Ich habe zuerst die Position des Kordelzugs auf die rechte Seite des Bodys übertragen, wie in der Anleitung beschrieben. Dann habe ich in regelmäßigen Abständen Stecknadeln auf diese Markierungen gesteckt. Nun konnte ich auf der Rückseite den Tunnelzug genau über diese Markierungen zuerst mit Stylefix fixieren, dann von der rechten Seite aufsteppen. Den Tunnelzug selbst habe ich lediglich an den kurzen Seiten mit der Ovi versäubert, ansonsten habe ich ihn einfach so „blank“ aufgenäht.

An dieser Stelle habe ich bereits die Kordel durchgezogen.

Ärmel

Die Ärmel werden „eingehalten“ eingenäht, dadurch erhält man zusätzliche Bewegungsfreiheit. Dazu unbedingt das empfohlene Video ansehen! Mit Dry Oilskin klappt das allerdings nicht wirklich gut. Ich habe deshalb die Mehrweite des Ärmels auf 2 „Kellerfalten“ mit gleichem Abstand  links und rechts zur Schulternaht entfernt, verteilt. Sieht aus wie gewollt! 😉

Kapuze mit Kordelzug

Ich habe die Außen- und die Innenkapuze aus Dry Oilskin genäht. Ehrlichweise hatte ich einfach nicht mehr genügend von dem Baumwoll- Futterstoff. Ich kann es Euch aber nicht empfehlen, die Kapuze ist dadurch sehr steif geworden, und ich muss sie immer erst „hinwurschteln“, wenn ich den Parka anziehen möchte.

Die Ösen an der Außenkapuze habe ich mit ungefähr 2 cm Abstand zu den Kanten angebracht. Nächste Mal würde ich die Ösen etwas weiter „oben“ anbringen; durch den oberen Beleg über dem Reißverschluss werden sie nun fast verdeckt.

Den Tunnelzug für die Kordel in der Kapuze näht Ihr erst dann, wenn die Jacke mit dem Innenfutter verstürzt wird.

Reißverschluss und Beleg

Beim Einnähen des Reißverschlusses und des Belegs bin ich genau so vorgegangen wie in der Anleitung beschrieben. Allerdings habe ich mich für einen 75 cm langen Reißverschluss (anstatt einen 80er) entschieden. Für das Einnähen ich habe einen Reißverschlussfuß benutzt, während ich den gesamten Rest mit dem normalen Nähfuß genäht habe.

Außenjacke mit dem Futter verstürzen

Beim Verstürzen der Jacke mit dem Futter habe ich mich ebenfalls an die Anleitung gehalten. Lediglich bei den Ärmeln hatte ich ein wenig Probleme. Wer schon öfter Wendejacken, z.B. für Babys genäht hat, wird die Vorgehensweise kennen, es ist immer dieselbe. Mir war sie aber nicht mehr so präsent.

Ich habe mir dazu im Internet einfach ein Tutorial angesehen. Ihr findet dazu haufenweise guter Tutorials, wenn Ihr „Wendejacke nähen“ in den Suchmaschinen eingebt.

So sieht das Ganze aus:

Vor dem Absteppen des Parkas könnt Ihr das Dry Oilskin beruhigt auf niedriger Stufe (2 Punkte) bügeln.

Wichtig! Falls Ihr, wie ich, die Nahtzugaben an verschiedenen Nähten von der rechten Seite abgesteppt habt, könnt Ihr Außen- und Innenjacke nicht mehr an den Nahtzugaben aufeinander fixieren, wie in der Anleitung beschrieben. Ich habe also beide Lagen lediglich an der Kapuzenansatznaht miteinander verbunden.

Zum Schluss habe ich die Kordelstopper und die Kordelenden angebracht und 4 Druckknöpfe an den oberen Beleg von Hand angenäht. Die sichtbaren Stiche, die durch das Annähen der Druckknöpfe entstanden sind, verleihen dem Parka etwas Hochwertiges, ein schönes, besonderes Detail, finde ich.

Was ich nächstes Mal anders machen würde?!

Die gute Nachricht: Fast nichts. Nur, ich würde die Innenkapuze auch aus Futterstoff nähen. Fertig.

Das Schnittmuster finde ich perfekt: Der Kordelzug sitzt an der richtigen Stelle, die Ärmel und die gesamte Jacke haben genau die richtige Länge. Die Anleitung ist ausführlich, sehr gut verständlich und reich bebildert.

Fazit: I love my new #dryoilskinparka !

Also, traut Euch! Unbedingt! Es lohnt sich!

Alle Materialien bekommt Ihr bei clarasstoffe.de . PLUS: Während unserer Öffnungszeiten beraten wir Euch gerne bzgl. Eures Materialeinkaufs. Ruft einfach an oder schreibt uns, die Kontaktdaten findet Ihr hier .

Bitte hinterlasst reichlich Kommentare unter diesem Blogpost, und sagt uns, wie Euch der Dry Oilskin Parka gefällt, ja?!

Damit wir Eure genähten Werke in den sozialen Netzwerken finden (und liken!) können, nutzt den Hashtag #dryoilskinparka .

Unsere liebe Kundin Kathleen hat sich schon getraut und ihren ganz eigenen Dry Oilskinparka genäht, schaut her!

Na, was ist, traust Du Dich auch?

Ich wünsche gutes Gelingen!

Eure

Clara

Beitrag verlinkt bei: Du für Dich am Donnerstag

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