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Stylischer foldover Rucksack aus nur 0,5 m Dry Oilskin!

In diesem Blogpost zeige ich Euch, wie Ihr aus nur 0,5 m Dry Oilskin solch einen stylischen foldover Rucksack nähen könnt.

Der Clou daran: Ihr könnt den Rucksack wahlweise auch als Cross Body Bag oder auch als Aufbewahrungskorb benutzen. Ein tolles, effektvolles Teil mit vielen Einsatzmöglichkeiten!

Und auch wenn ich ganz begeistert bin von dem Ergebnis, so gibt es eben doch ein paar Dinge, die ich beim nächsten Mal anders machen würde. Welche das sind, erfahrt Ihr am Ende dieses Blogbeitrags.

Los geht's!

Für den abgebildeten Rucksack braucht Ihr:

✪ 0,5 m Dry Oilskin
✪ 0,65 m Futterstoff (z.B. ein gewebter Baumwollstoff)
✪ evt. Vlieseline H 200 – H250 zum Verstärken
✪ 1 kleine Rolle Snappap
✪ 2 m Gurtband, 30 mm breit
✪ 6 D- Ringe, 30 mm breit
✪ 4 Karabiner, 30 mm breit
✪ 2 Leiterschnallen („Schieber“), 30 mm breit
Nähgarn, passend zu Dry Oilskin und Snappap

Für unseren Rucksack haben wir verwendet:

Dry Oilskin in grass
Snappap hellbraun
Canvas- Gurtband 30 mm beige
D- Ringe, Karabiner und Leiterschnallen 30 mm in silber
Nähgarn hellbraun, Nr. 0261 (passend zur Snappap)
✪ Innenfutter: Art Gallery Baumwolle grafische Muster aqua
Decovil I light zur Verstärkung (nicht empfehlenswert! siehe Fazit am Ende des Blogposts)

 

Zuschnitt und Nähen

Grundsätzlich habe ich mich an das tolle Tutorial zum Ratz-Fatz Snappap Rucksack von Kater Paule gehalten, habe aber ein paar Änderungen vorgenommen, und zwar:

✪ habe ich anstatt eines D- Rings am oberen Rücken zwei D-Ringe eingesetzt
✪ habe ich zusätzlich zwei D- Ringe an den oberen Seiten eingesetzt, so dass der Rucksack auch als Cross Body Tasche getragen werden kann
✪ habe ich den Rucksack gefüttert
✪ habe ich das Schlüsselband weg gelassen
✪ habe ich auf die Henkel zusätzlich Blenden aus Snappap gesetzt

Zuschnitt:

Die 0,5 m Dry Oilskin schneidet Ihr in folgende Stücke:
Teil 1)  1,10 x 0,5 m für den Korpus
Teil 2)  0,23 x 0,5 m für den oberen Korpusteil an der Rückseite
Teile 3, 4, 5 und 6)  2 Streifen à 8 cm x 0,5 m für die Henkel, von jedem Henkelstreifen schneidet Ihr dann 1 Stück à 8 cm ab für zwei (von sechs) D- Ring- Halterungen. Die Henkel sind dann also nur noch 42 cm lang.
Teile 7 und 8) Die restlichen vier D-Ring-Halterungen bekommt Ihr aus den Stücken, die Ihr (später) für den Boden aus dem Korpus schneidet

Nähen:

Vorweg: Beide Seiten des Dry Oilskins sind gleich. Ihr müsst also keine Lupe holen, um die rechte Seite zu bestimmen, Ihr könnt einfach beide Seiten gleichermaßen verwenden.

Grundsätzlich habe ich für alle Nähte die Stichlänge auf 3,2 mm verlängert. Die Nahtzugabe beträgt überall 1 cm.

Als erstes bringt Ihr die Henkel an. Ein Henkel wird an den großen Korpus, Teil 1, angebracht, der andere an den kleinen, Teil 2. Ihr faltet die Henkelstreifen (Teile 3 und 4) an den beiden langen Seiten je 1 cm um und bügelt auf niedrigster Stufe darüber. Dann faltet Ihr den Henkel längs links auf links, so dass die beiden umgeschlagenen Kanten aufeinander treffen, und bügelt das Ganze wieder. Ihr steppt nun beide langen Kanten schmalkantig ab. Dann legt Ihr die mittleren 2o cm nochmals längs aufeinander und steppt hier über die bereits bestehenden Naht. Unbedingt am Anfang und am Ende verriegeln!

Platziert dann die Henkel ca. 4 cm von der oberen Kante entfernt und ca. 17 cm von den Seitenkanten entfernt und fixiert sie mit Stylifix. Es empfiehlt sich, die Henkel an dieser Stelle bereits mit ein paar Stichen auf dem Korpus zu fixieren.

Für die Blenden aus Snappap schneidet Ihr 2 Stücke mit den Maßen 6,5 x 3,1 cm. Diese fixiert Ihr mit Stylefix auf den Henkelenden und steppt sie dann entlang der Kanten schmalkantig und über Kreuz auf.

Als nächstes stellt Ihr zwei D- Ring- Halterungen her, und zwar aus den beiden Stücken, die Ihr von den Henkeln abgeschnitten habt (also Teile 5 und 6). Dazu klappt Ihr an zwei sich gegenüberliegenden Kanten das Dry Oilskin je 1 cm um, bügelt es und faltet das Stück dann mittig, die beiden umgeschlagenen Kanten treffen aufeinander. Dann steppt Ihr beide langen Kanten schmalkantig ab. So verfahrt Ihr später auch mit den übrigen D-Ring- Halterungen.

Fädelt dann den D-Ring in die Halterung ein und platziert sie am großen Korpusteil (Teil 1), und zwar ca. 17 cm vom Seitenrand entfernt und ca. 1,5 cm von der oberen Kante entfernt. Fixiert das Ganze mit Wonderclips oder auch mit Stylefix. Ihr könnt die Halterungen auch mit ein paar Maschinenstichen in der Nahtzugabe fixieren.

Legt nun Teil 1  und Teil 2 mit der kurzen 50 cm- Kante rechts auf rechts aufeinander, fixiert sie mit Wonderclips und steppt mit 1 cm Nahtzugabe ab. Dabei fasst Ihr die D- Ring-Halterungen ein. Vorsicht an den Stellen, an denen der Nähfuß über die D- Ringe „klettern“ muss. Evt. müsst Ihr einen Reißverschlussfuß einsetzen.

Legt die Nahtzugabe in den kleineren Korpus- Teil (Teil 2) und steppt das Ganze von rechts nochmal schmalkantig neben der Naht ab.

Euer Korpus ist nun „vollständig“. Wenn Ihr noch ein Label o.ä. aufnähen wollt, dann tut das am besten jetzt.

Nun legt Ihr den gesamten Korpus links auf links aufeinander, die beiden kurzen Kanten treffen aufeinander. Jetzt schneidet Ihr die Rechtecke für den Boden aus. Diese haben die Maße 9 x 8 cm.

Ihr habt nun 2 Rechtecke à 9 x 16 cm erhalten. Schneidet daraus jeweils zwei Stücke zu 8 x 8 cm, so dass Ihr insgesamt vier Stücke zu je 8 x 8 xm erhaltet. Aus diesen macht Ihr weitere vier D- Ring- Halterungen wie oben beschrieben.

Jetzt schneidet Ihr den Futterstoff zu. Der Korpus besteht hier aus 2 Teilen, die beide die Maße 65 (Länge) x 50 cm (Breite) haben. Auch aus diesen Beiden Teilen schneidet Ihr jeweils an einer kurzen Kante ein Rechteck für den Boden aus, ebenfalls 9 x 8 cm.

Wer mag, kann das das Futter ein wenig verstärken, damit der Rucksack ein bisschen mehr Stand erhält. Dafür empfiehlt sich die Vlieseline H 200 oder die H 250, wobei die H250 die stärkere von beiden ist. Schneidet aus der Vlieseline 2 Teile analog des Futterstoffs zu und bügelt sie auf die linke Seite des Futterstoffs.

Als nächstes legt Ihr einen Teil des Futterstoffs mit der kurzen Kante rechts auf rechts auf eine kurze Kante des Dry Oilskin-Korpus, fixiert das Ganze mit Wonderclips und steppt die Kante mit 1 cm Nahtzugabe ab. Verfahrt mit dem anderen Futterstoff- Teil und der anderen kurzen Kante des Dry Oilskin- Korpus ebenso.

Legt nun die beiden Futterstoff- Teile sowie den Dry Oilskin- Korpus rechts auf rechts aufeinander und fixiert die beiden langen Seitennähte mit Wonderclips. ACHTUNG! Jetzt müsst Ihr die übrigen 4 D- Ring- Halterungen in den Seitennähten fixieren, und zwar zwischen den beiden Lagen Dry Oilskin, die Ringe innen liegend. Die zwei unteren platziert Ihr ca. 2 cm über dem Rechteck für den Boden, die beiden oberen (für die Trageoption als Tasche) auf Höhe der Foldover- Stelle.

Wichtig ist hier zum Verständnis: Auf dem Bild seht Ihr, dass ich das Dry Oilskin (und nicht den Futterstoff) verstärkt habe. Das würde ich beim nächsten Mal definitiv anders machen, Genaueres dazu im Fazit am Ende dieses Blogbeitrags.

Steppt nun die beiden Seitennähte mit 1 cm Nahtzugabe ab. Außerdem steppt Ihr an beiden Seiten den Boden des Futterstoffs ca. 2 cm ab (siehe rote gestrichelte Linie auf dem Bild). Bitte hier die Naht unbedingt verriegeln.

Dann faltet Ihr die Ecken für den Boden auf, legt sie aufeinander und steppt sie zu, so wie bei Kater Paule beschrieben. Das macht Ihr an den Ecken des Dry Oilskins und des Futterstoffs, also insgesamt 4 Mal.

Die Öffnung im Boden des Futterstoffs ist Eure Wendeöffnung, durch die Ihr nun den Rucksack wendet. Tipp: Ich habe das Futter erst über das Dry Oilskin gestülpt und dann den Rucksack „durchgezogen“. 😉 (Versteht man das??)

Zum Schluss schließt Ihr die Wendeöffnung im Futter, indem Ihr die Nahtzugabe nach innen klappt, kurz darüber bügelt und schmalkantig absteppt. Nun das Futter in den Rucksack stecken.

Jetzt merkt Ihr, dass das Futter ein klein wenig kürzer ist. Das ist Absicht! Denn ich wollte, dass man oben an der Rucksacköffnung erst 2-3 cm Dry Oilskin sieht, bevor das Futter kommt. Ihr klappt das Dry Oilskin also 2-3 cm nach innen um und zieht das Futter auf den Boden des Rucksacks. Nun steppt Ihr die obere Kante an der Rucksacköffnung ca. 1 cm von der Kante entfernt ab.

Nun bringt Ihr noch 2 Druckknöpfe an, und zwar „unter“ den Henkeln:

Zum Schluss noch die Rucksackgurte. Ich habe hierfür unser Baumwoll- Gurtband verwendet, weil es von der Optik und Haptik am besten zum Dry Oilskin passt.

Schneidet aus dem Gurtband 2 Stücke zu je 1 m zu. Bringt zuerst die Snappap- Blenden an das Gurtband an. Dazu schneidet Ihr aus Snappap 2 Stücke mit den Maßen 13 x 3,1 cm zu. durch diese Stücke fädelt Ihr je einen Karabiner, faltet sie dann in der Mitte und legt sie um ein Ende des Gurtbands herum. Steppt die Blende schmalkantig an allen Seiten und über Kreuz ab.

Fädelt dann das andere Ende des Gurtbands zunächst in die Leiterschnalle ein, dann in den Karabiner und dann nochmals in die Leiterschnalle. Um das andere Ende des Gurtbands habe ich dann ebenfalls ein Stück Snappap gelegt und abgesteppt.

Nun klickt Ihr die Karabiner in die D- Ringe und FERTIG ist Euer stylischer foldover Rucksack!!!

 

Wenn Ihr den Rucksack als Cross Body Tasche tragen wollt, nehmt Ihr beide Rucksackgurte ab, verlängert einen davon und klickt ihn in die beiden oberen seitlichen D- Ringe ein.

Das Tolle daran ist auch, dass Ihr die Gurte beliebig wechseln könnt. Ihr könnt Euch z.B. Wechselgurte in einer anderen Farbe oder aus einem anderen Material nähen!

Und zu guter letzt: So sieht Euer foldover Rucksack als Aufbewahrungskorb für zu Hause aus (die Gurte einfach abnehmen):

So, nun freue ich mich auf meinen ersten Ausflug mit meinem neuen Rucksack UND natürlich auf Eure Dry Oilskin Backpacks! Damit ich sie finde, taggt bitte @clarasstoffe und nutzt den hashtag #dryoilskinbackpack .

Vielen lieben Dank!

FAZIT Oder was ich nächstes mal anders machen würde

Ich liebe meinen Dry Oilskin Backpack!! Aber.

Den größten Fehler, den ich machen konnte: Ich habe das Material „erschlagen“, indem ich Decovil I light zur Verstärkung aufgebügelt habe, und das auch noch direkt auf das Dry Oilskin. Macht das bitte nicht. Das Material hat an sich schon eine schönen Stand, und wenn Ihr noch mehr wollt, bügelt eine leichtere Vlieseline auf den Futterstoff. Ich würde sagen, H 200 oder H 250. Gerade auch die Foldover Kante ist sehr starr an meinem Rucksack, und das ist ein wenig schade.

Zweite Erkenntnis: Er ist sehr groß, vor allem etwas zu breit. Deshalb schrieb ich schon in den sozialen Netzwerken, dass 40 cm Dry Oilskin auch reichen würden. Aus dem Rest würde ich nächstes Mal eine schöne Außentasche machen oder noch einen Gurt aus Dry Oilskin anfertigen.

 

Und nun viel Spaß bei Nachnähen!

Eure

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